26 Mai 2011 - Mord und Totschlag im Rathauspark in Wien
Medienaussendung
Mord und Totschlag im Rathauspark!
Die Überschrift könnte man glatt ernst nehmen, schenkt man Gerüchten Glauben, die derzeit in diversen LGBT Internetforen mittels privater Nachricht verbreitet werden.
Es wird behauptet, dass „ein Irrer“ nachts durch den Rathauspark geht, und auf Menschen einsticht und „ein Bekannter schon durch die Hand gestochen wurde!“.
Durch die GayCopsAustria initiierte Nachforschungen seitens des Landespolizeikommandos Wien haben ergeben, dass kein derartiger Fall (und auch keine ähnlichen Fälle) bekannt sind.
Es scheint auch wenig glaubwürdig, dass derartiges passiert, und sich das nicht sofort, über die Community hinaus, verbreiten würde.
Eher scheint es sich dabei um eine „Hoax Meldung
*“ handeln, wie etwa Geschichten von HIV infizierten Spritzen in Kinositzen oder schwer giftiger Rattenkot auf Getränkedosen pure Erfindung sind.
Möglich ist es natürlich auch, dass sich Opfer noch nicht bei der Polizei gemeldet haben, aus welchen Gründen auch immer.
Nur tut sich die Polizei verständlicherweise sehr schwer Straftaten zu verfolgen, die weder bekannt sind, und es keinerlei Hinweise dazu gibt.
„Die Polizei tut nix!“ ist dann verständlich, denn „auf Luft“ wird eine eventuelle Kontrolle des Rathausparks seitens der Polizei sicherlich nicht gemacht.
Dann sind die üblichen Verdächtigen der LGBT Community schnell mit dem Wort „Razzia“ zur Stelle, wenn durch die Polizei etwa allgemein übliche Personenkontrollen durchgeführt, oder Übertretungen geahndet werden.
Auch eine viel zitierte „überschwappende Homophobie“ bzw. „massive Häufung von homophober Gewalt“ kann weder in Österreich, geschweige denn in Wien wahrgenommen werden, zumindest aus Sicht der GayCopsAustria.
Dass es sie gibt, ist unbestritten, nur kann sich Österreich, kann sich Wien im besonderen glücklich schätzen, dass dieses Phänomen sehr selten auftritt.
Für Hinweise zu homophoben Übergriffen (auf Wunsch auch selbstverständlich vertraulich) sind wir selbstverständlich dankbar, gerne via Kontaktformular auf der Homepage www.GayCopsAustria.at
Wir weisen auch auf die seit einem Jahr in der Community deutlich sichtbare Plakatkampagne „Sicherheit und Hilfe für Lesben, Schwule und Transgender“ (LST) hin, die gemeinsam mit dem Landespolizeikommando Wien und den GayCopsAustria getragen wird.
Neben den Plakaten sind auch kleine Infokärtchen aufgelegt die, genauso wie das Plakat, auf die Informationsnummer der BPD Wien (01(31310-78900) Hinweisen, für Info, Auskunft, Service und Beschwerden.
Sie soll eben solchen „Gerüchten“ den Nährboden entziehen und LST ermuntern, sich vertrauensvoll an die Polizei zu wenden, egal ob Opfer, oder Zeuge/Zeugin einer Straftat.
Die Beamten und Beamtinnen der Polizei können ihre Arbeit nur gut machen, wenn Informationen zu Straftaten lückenlos vorliegen.
Nur durch diese Konsequenz lassen sich TäterInnen abschrecken, die mit dem Kalkül rechnen, dass LST oftmals aus falsch verstandener Scham Straftaten nicht anzeigen.
* Was ist ein "Hoax"? Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Hoax