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24 August 2010 - Das war die Konferenz
Von 30. Juni bis 4. Juli fand in Wien die „5th EuropeanGayPoliceAssociation-Conference 2010 Vienna“ (EGPAC 2010) statt, zu der sich 132 KollegInnen aus 14 europäischen Ländern sowie Australien einfanden. Erstmals war bei der EGPAC eine Delegation aus Ungarn vertreten.
Am Abend des 30. Juni lud Stadträtin FRAUENBERGER zum Cocktailempfang in den Wappensaal des Wiener Rathaus, der die Delegierten in der Galauniformen der Polizei des jeweiligen Landes folgten.
In ihrer Eröffnungsrede zeigte sich FRAUENBERGER stolz, dass die Konferenz nach Amsterdam, Stockholm und London, nunmehr das fünfte Mal in Wien stattfindet, und hieß die TeilnehmerInnen im Namen der Stadt Wien auf das Herzlichste Willkommen.
Den GayCopsAustria gratulierte sie zum 5. Bestandsjahr und freute sich, dass ihre langjährige Unterstützung so großartigen Niederschlag fand.
Der Präsident der EuropeanGayPoliceAssociation (EGPA), Jan SNIJDER, betonte in seiner Begrüßungsrede die Wichtigkeit, Diversity in der Polizei zu implementieren. „Diversity ist kein Schönwetterthema!“ mahnte SNIJDER eindringlich.
Der Obmann der GayCopsAustria, Ewald WIDI, fasste sich kurz und zeigte sich sehr stolz, die Konferenz nach 16 Monaten Vorbereitungszeit mit so prominenten UnterstützerInnen wie der Stadt Wien, der Bundesministerin Dr. Maria FEKTER, dem Wiener Polizeipräsidenten Dr. Gerhard PÜRSTL, sowie dem Wiener Landespolizeikommandanten General Karl MAHRER durchführen zu können.
Auch die finanzielle Unterstützung durch private Firmen, wie dem RENAISSANCE HOTEL, IBM und der UNICREDIT GROUP, wurden gewürdigt.
Im Anschluss wurde zum Buffet gebeten.
Am 1. Juli, dem Eröffnungstag, wurde das Organisationsteam der Konferenz auf eine harte Probe gestellt:
Eine Stunde vor Beginn fiel im gesamten Bezirk der Strom aus, nachdem ein Bagger ein Kabel durchtrennt hatte.
Damit konnte die Eröffnung der Konferenz leider für eine halbe Stunde nicht von Deutsch auf Englisch, Spanisch und Ungarisch simultan gedolmetscht werden, was der guten Stimmung keinen Abbruch tat.
Leider aber musste Frau Bundesminister Dr. Maria FEKTER krankheitsbedingt ihre Teilnahme an der Eröffnung absagen.
Eröffnet haben die Konferenz der Landespolizeikommandant von Wien, General Karl MAHRER, sowie in Vertretung des Wiener Polizeipräsidenten Dr. Gerhard PÜRSTL, die Vizepolizeipräsidentin Dr. Michaela KARDEIS.
Sowohl MAHRER, als auch Dr. KARDEIS sprachen sich für eine vielfältige, statt einer „einfältigen“ Polizei aus und bekräftigten ihre Absicht, dass die Polizei ein Spiegelbild der Gesellschaft sein sollte, weil nur dadurch ein amtshandeln auf Augenhöhe der BürgerInnen möglich sei.
Von General MAHRER wurde die Kampagne „RAT UND HILFE FÜR LESBEN, SCHWULE UND TRANSGENDER“ (LST) präsentiert, die in Zusammenarbeit mit den GayCopsAustria, sowie den GRÜNEN zustande gekommen ist.
In den nächsten Monaten soll bei LST mittels Plakaten und Infokärtchen verstärkt um das oft fehlende Vertrauen in die Beamten bzw. die Arbeit der Polizei geworben werden.
Die Angst vor Diskriminierung durch die Polizei ist bei LST weit verbreitet.
Das Eröffnungsreferat hielt der Kommunikationswissenschafter Univ. Prof. Dr. Thomas BAUER, und es folgten Referate, Vorträge und Vorstellungen, beispielsweise vom Vorsitzenden des Menschenrechtsbeirats, Prof. Dr. Gerhard WIELINGER, durch Drin. Andrea JELINEK, Stv. Vorsitzenden der Arbeitsgruppe Gleichbehandlung im Innenministerium.
Ein Schwerpunkt der Konferenz lag im Thema „HATECRIME“: Sowohl die Erfassung von Delikten, als auch die wirksame Bekämpfung wurden den Delegierten anhand von „Best Practice” Beispielen näher gebracht, Vortragende aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich waren hier federführend.
Natürlich kam auch der persönliche Austausch zwischen den Delegierten nicht zu kurz, und nachdem die Konferenz am Nachmittag des 2. Juli geschlossen wurde, ging es zu einem klassischen Wiener Heurigen, wo bei „Wein, Gesang“ und einem zünftigen Heurigenbuffet, sowie einer einstündigen Show, der Abend nett ausgeklungen ist.
Am 3. Juli fand dann in Wien die Regenbogenparade statt, und etwa 50 (!) uniformierte und 30 zivile Polizisten aus ganz Europa marschierten bei 35° Grad den Ring, andersrum natürlich.
Dass „die Polizei“ auf der Parade mitgeht, wurde von den ZuschauerInnen sehr gut aufgenommen, spontaner Applaus war nicht ungewöhnlich.
Am Schwarzenbergplatz, wo die Abschlusskundgebung der 15. Regenbogenparade stattfand, hatten die GayCopsAustria einen Informationsstand aufgebaut, welcher mit Genehmigung des BM.I in Uniform betrieben werden durfte.
Das Echo der Menschen war gleichlautend: Super, dass es euch gibt! Super, dass ihr heute hier steht!
Bitterer Beigeschmack der Konferenz, die sich medial in einem Beitrag in den SEITENBLICKEN am Samstag, den 3.7., sowie in der ZIB 2 niederschlug, war eine parlamentarische Anfrage der FPÖ zur Unterstützung der Konferenz durch das BM.I.
Das parlamentarische Recht soll auch nicht in Abrede gestellt werden, lediglich die Art und Weise der Anfrage gibt zu denken.
Dass die FPÖ nicht viel von „Diversity“ hält, ist bekannt, aber dass die Vertreter der FPÖ diesen Begriff nicht einmal schreiben können…
Auch die Frage Nr. 6: „Wie gestaltet sich die Durchsuchung von Personen durch solche Polizisten?“ in der Anfrage lässt tief blicken…
Vermutlich gestaltet sie sich gesetzesgemäß.
Wie der Schelm spricht, so denkt er sagt der Volksmund.
Zur Anfrage:
http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXIV/J/J_06058/imfname_191200.pdf
Trotz diesem negativen Nebenaspekt war die Konferenz ein voller Erfolg, die nächste Konferenz wird in 2012 in Dublin stattfinden.